Das Bildungswesen
In jeder Hauptstadt gibt es eine Schule für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Hier wird den Kindern die grundlegenden Fähigkeiten in Fächern wie Lesen, Schreiben, Mathematik und Landeskunde vermittelt. Der Besuch dieser Schule ist kostenlos. Eltern, welche ihre Kindern Kenntnisse in Fächer wie Philosophie, Politik oder Etikette zukommen lassen wollen, müssen die Dienste von Lehrmeister in Anspruch nehmen.
Jugendliche ab 16 Jahren haben die Möglichkeit sich für einen Platz an der imperialen Akademie in der Kaiserstadt zu bewerben. Dort erhalten sie Unterricht in allen gesellschaftlich relevanten Fächern. Von A wie Astronomie bis Z wie Zeremonien. Selbstverständlich ist diese Ausbildung äußerst kostspielig, ist aber mit einem hohen Prestige verbunden. Viele Absolventen der Akademie lassen sich in hohen politischen Ämter finden, wenn auch der Besuch der Akademie in keinster Weise Voraussetzung für die Beamtenlaufbahn ist.
Familien mit entsprechendem Vermögen lassen ihre Kinder von Anfang an durch Lehrmeister in einer Vielzahl an Fächern unterrichten. Immerhin existiert so etwas wie Schulpflicht nicht. Jeder Bewohner ist selbstverantwortlich für seine Bildung. Der Lord stellt lediglich eine Möglichkeit für eine Grundbildung zur Verfügung.
Der Besuch der Schule, ebenso wie der imperialen Akademie, stehen Jungen und Mädchen gleichermaßen zur Verfügung. Der Anteil an Frauen in der imperialen Akademie ist allerdings verschwindend gering. Erstens, weil Frauen keine Laufbahn in hohen politischen Ämter anstreben können und zweitens, weil viele Frauen ab einem gewissen Alter daheim unterrichtet werden, sofern die Familie das Geld dafür besitzt. Familien mit Töchter und Söhnen neigen eher dazu, das Geld in die Bildung des Sohnes zu investieren, als in die der Tochter, da seine Zukunftsaussichten deutlich rosiger sind. Er besitzt mehr Möglichkeiten bei der Berufswahl und bei einer Heirat bleibt das investierte Vermögen innerhalb der eigenen Familie und wandert nicht in die Familie des zukünftigen Ehemanns.
Innerhalb der Stadt, sowie stadtnahe, ist demnach die Anzahl derjenigen, die zumindest die Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Mathematik beherrschen relativ hoch. Je weiter man sich allerdings von der Stadt entfernt, desto niedriger wird sie. Menschen in den Dörfern haben weder das Geld, um einen Lehrmeister zu bezahlen, noch die Möglichkeit ihre Kinder in die entfernte Hauptstadt zur Schule gehen zu lassen. Immerhin werden die Hände der Kinder im Haushalt oder auf dem Hof benötigt. Dennoch darf man nicht davon ausgehen, dass grundsätzlich jede auf dem Land lebende Person ein Analphabet ist. Es gibt immer wieder Lehrmeister, die durch das Land ziehen und gegen ein warmes Essen und ein trockenes Nachtlager ihr Wissen mit den Menschen teilen.

