Das Neujahrsfest
Eine alte Legende berichtet davon, dass ein menschenfressendes Monster jedes Jahr aus den Bergen in die Täler kam, um dort seinen Hunger nach dem langen Winterschlaf zu stillen. Um ihn zu vertreiben, machten die Menschen Lärm und Feuer.
Heute wartet man nicht mehr, bis das Monster vor der Türe steht, um es zu vertreiben, sondern man lässt es gar nicht erst in die Dörfer und Städte. Man beginnt bereits zwei Wochen vor seinem Erscheinen damit, das Haus mit Bambuszweigen zu reinigen und bringt anschließend schützende Dekorationen an. Darunter befinden sich zahlreiche Lampen und Papierbänder, allesamt in rot gefärbt, um das Feuer in der Legende zu symbolisieren. Viele der Bänder sind mit Sprüchen beschriftet, welche den Schutz verstärken sollen, indem man seine Wünsche für das kommende Jahr darauf verewigt. Zusätzlich bringt man überall im Haus goldene Glückszeichen an, die jedoch umgedreht werden, so soll das Monster sie nicht gleich erkennen.
Zusätzlich opfert man in diesem Zeitraum auch dem Küchengott süßen Reis, bevor er zu seiner Reise zum himmlischen Jadekaiser aufbricht, damit er positives berichten kann.
Brauchtum
Dinge die Glück bringen:
- Öffnen von Fenster und Türen, um das Glück während des Festes hereinzulassen
- Licht in der Nacht brennen zu lassen, um dem Glück den Weg ins Haus zu leuchten und böse Geister abzuschrecken
- In der Nacht vor dem Neuen Jahr soll man sich in Pampelmusenblätter baden, da es Gesundheit im neuen Jahr bringen soll
- Das Haus für das neue Jahr zu putzen, damit das Glück gleich am ersten Tag Platz findet
Dinge die Unglück bringen:
- Neue Schuhe während der Neujahrstage kaufen
- Die Haare während der Festlichkeiten schneiden zu lassen
- Den Boden am ersten Tag des neuen Jahres zu kehren
- Bücher während der Festlichkeiten kaufen
- Weiße oder schwarze Kleidung zu tragen
Das Laternenfest
Das Laternenfest findet zwei Wochen nach dem Neujahrsfest statt und bildet somit den Abschluss der Festlichkeiten. An jedem Haus, über jeder Straße, hängen Laternen in den buntesten Farben und in den verschiedensten Formen. Man findet Laternen, auf denen die Tierkreiszeichen verewigt sind oder die gleich eines der Tiere darstellen. Man findet Abbildungen von Pflanzen und symbolträchtigen Tieren, aber auch Szenen aus Romanen, Legenden oder anderen Erzählungen lassen sich auf diesen finden.
Ein wichtiger Element dieser Vielzahl an Laternen ist auch das Rätselraten, welches sich großer Beliebtheit erfreut. Über der großen Hauptstraße, die vom Südtor zum Palast führt, hängen ganz besondere Laternen, an denen kleine Zettel mit Rätsel hängen. Wer glaubt die Lösung des Rätsels zu wissen, reißt einfach den Zettel ab und falls seine Lösung korrekt ist, erhält er ein kleines Geschenk.
An diesem Tag werden bevorzugt gefüllte Mehlklöße verzehrt, die entweder süß oder salzig gefüllt sind. Sie können entweder gekocht, gebraten oder gedämpft zubereitet werden.
Ebenfalls sieht man an diesem Tag besonders viele junge Frauen in ihrer besten Kleidung auf den Straßen. Viele davon versammeln sich, um gemeinsam spazieren zu gehen und über jede Brücke zu gehen, der sie auf ihrem Spaziergang begegnen. Teilweise bis in die späten Nachtstunden, so ist dieses Fest doch eine der wenigen Gelegenheiten, an der sie die Möglichkeit besitzen zu so später Stunde noch das Haus zu verlassen und junge Männer zu treffen. Somit ist das Laternenfest nicht selten auch der Beginn einer romantischen Beziehung.
Fest der Hungrigen Geister
Der siebte Monat des Jahres ist auch als Geistermonat bekannt. Ein Monat, in welchem die Verstorbenen aus der Unterwelt die Lebenden besuchen. Während des gesamten Monats werden diverse Zeremonien gehalten, worunter das Zhongyuan Jie den Höhepunkt bildet.
Die Geschichte besagt, dass die Geister einen so riesigen Hunger entwickelt haben, dass Lebende ihnen Speisen, Gebete und Opfergaben geben müssen, um ihre Gemüter zu besänftigen. Aus diesem Grund verbrennt man Höllengeld oder andere Gegenstände aus Papier.
Während des Zhongyuan Jie reisen die Verstorbenen in das Land der Lebenden zurück, um ihre Familien zu besuchen. Damit die Geister auch den Weg finden, zeigen die Lebenden ihnen den Weg. Dies geschieht sowohl durch einfache Lichter, als auch mit Papierboote und Laternen, die man auf dem Wasser schwimmen lässt.
Fest der Liebenden
Die Legende erzählt die Geschichte von Orihime, einer Weberin, und Hikoboshi, einem Rinderhirten. Orihime war die Tochter des Himmelsgottes und eine fleißige Weberin, die sich um die Kleider ihres Vaters kümmerte. Sie schien einsam zu sein und somit entschied ihr Vater sich dazu, sie mit dem Rinderhirten Hikoboshi zu verheiraten. Beide verliebten sich sofort ineinander und vergaßen alles andere um sich herum. Die Folge ihrer Liebe war, dass die Rinder erkrankten und starben und der Himmelsgott keine neuen Kleider mehr von seiner Tochter erhielt. Dieser war daraufhin so erbost, dass er Hikoboshi auf die andere Seite des großen Flusses verbannte. Nun allerdings war ihr Kummer so groß, dass sie noch immer nicht in der Lage war zu arbeiten. Daher bestimmte der Himmelsgott, dass sie sich einmal im Jahr treffen dürfen.
Am Fest der Liebenden wird diesen zwei Personen gedacht, die einerseits ein Symbol für wahre Liebe sind, aber auch ein Mahnmal darüber hinaus die Pflichten nicht zu vergessen. Am Abend zuvor werden überall kleine Bambusbäume aufgestellt, an denen Zettel mit Wünsche aufgehängt werden, in der Hoffnung dass sie sich dadurch erfüllen.

