Die Gisaeng
Die Ausbildung der Gisaeng beginnt in der Regel in der Kindheit. Mädchen werden bereits im Alter von acht Jahren aufgenommen. Sie werden in Kibangs oder Gisaeng-Häuser untergebracht und dort von bereits arbeitenden und erfahrenen Gisaeng betreut. Die fähigsten und talentiertesten unter ihnen werden im so genannten Gyobang ausgebildet, der im Wesentlichen eine Akademie für den Unterricht in fortgeschrittenen Tänzen und Hofmusik ist. Der Hauptzweck der Gyobang ist die Ausbildung von Gisaeng, die speziell für Auftritte am königlichen Hof bestimmt sind.
Arbeitende Gisaeng sind verpflichtet sich regelmäßig bei einem Beamten zu melden, der für die Überwachung der Gisaeng zuständig ist und einen Konsens mit ihm festlegen. Möchten sie in eine andere Provinz umziehen, so müssen Gisaeng erst einen Antrag stellen, der genehmigt werden muss. Außerdem sind sie verpflichtet sich regelmäßig im Gyobang zu melden, um sich weiter zu bilden und die Qualität der bereits vorhandenen Kenntnisse zu sichern.
Die Fertigkeiten und Künste, die eine Gisaeng zu erlernen hat sind unter anderem:
- Durchführung von Teezeremonien
- Lesen und Schreiben von Gedichten
- Tanz
- Spielen von Instrumenten
- Gesang
Gisaeng, die älter als 30 Jahre sind, beschäftigten sich mit Handarbeit, Schneiderei oder erlernen sogar Medizin, um bei Bedarf als Krankenschwestern zu arbeiten.
Traditionell müssen sich Gisaeng von romantischen Beziehungen fern halten, wenn sie weiter als Gisaeng arbeiten wollen. Es gibt allerdings eine Art von Patronensystem, bei dem ein Patron eine Gisaeng finanziell unterstützt und als Vormund für sie fungiert. Allerdings gibt ihm das kein Exklusivrecht auf die Dienste der Gisaeng und er kann sie auch nicht in seinem Haus unterbringen. Gegen die Zahlung einer beachtlichen Gebühr jedoch, steht es ihm frei die Gisaeng zur Zweitfrau zu nehmen.
An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass Gisaeng in erster Linie Unterhalterinnen sind und keine Frauen, die grundsätzlich gegen Bezahlung Liebesdienste erfüllen. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass Sex als Gegenleistung nicht völlig abwesend ist. Rechtlich gesehen jedoch ist es ihnen nicht erlaubt sexuelle Dienstleistungen für Kunden zu erbringen.

